Methoden

PuMA („Public Policy Model for Austria and other European Countries”) von EcoAustria
PuMA ist ein dynamisches allgemeines Gleichgewichtsmodell („computable general equilibrium model – CGE“), mit dem ex‐ante die ökonomischen und fiskalischen Effekte von Reformen, z.B. in der Steuer‐, Sozial‐ oder Arbeitsmarktpolitik, simuliert werden können. In PuMA werden die spezifischen Gegebenheiten eines Landes insbesondere in Hinblick auf das Steuersystem, die soziale Sicherung und den Arbeitsmarkt berücksichtigt. Es ist derzeit für Österreich und 14 weitere EU‐Staaten und somit für 90 Prozent der EU‐Bevölkerung kalibriert.



EcoAustria‐Schuldencheck
Im EcoAustria‐Schuldencheck (Generationenkontenmodell ‐ „generational accounting“) werden alle Einnahmen‐ und Ausgaben eines Staates in die Zukunft projiziert, die Primärsalden des Staatshaushalts gebildet und diskontiert. So ergibt sich eine implizite Staatsverschuldung, die gemeinsam mit der offiziell ausgewiesenen Staatsschuldenquote die effektive Staatsschuld ergibt. Neben der Berechnung der impliziten und effektiven (Gesamt‐)Verschuldung des Staates, erlaubt das Modell die Analyse der Wirkungen unterschiedlicher Reformmaßnahmen (z.B. in den Bereichen Gesundheit, Pflege oder Pensionen) auf die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen.

EcoAustria‐(Bundes‐)Länder‐Benchmarking  
Im Rahmen von Effizienz‐ und Wirkungsanalysen stellt EcoAustria den öffentlichen Ausgaben als Inputgröße (z.B. in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pflege und Verwaltung) Leistungskennzahlen als Outputgröße gegenüber. Dabei kann für strukturelle Unterschiede (z.B. den Migrationsanteil oder demografische Unterschiede) statistisch kontrolliert werden. Im Vergleich zwischen Staaten oder Bundesländern können mit dem jeweiligen Benchmark‐Wert, etwa dem günstigsten Input‐Output‐ Verhältnis, Effizienzpotenziale ermittelt werden.




EcoAustria‐Regionalmodell
Das EcoAustria‐Regionalmodell ist ein ökonometrisch geschätztes Gravitations‐Modell, mit dem die Entwicklung des Regionalprodukts u.a. in Abhängigkeit von der Erreichbarkeit und der Wirtschaftsleistung anderer Regionen analysiert wird. Die Erreichbarkeit ist wiederum abhängig vom Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Somit kann der Einfluss von Infrastrukturinvestitionen auf das Bruttoregionalprodukt, die Beschäftigung und die damit verbundenen fiskalischen Rückflüsse berechnet werden. Auch können Aussagen getroffen werden, welche Infrastrukturinvestition sich aus ökonomischer Sicht mehr lohnt und welche weniger. Neben der Verkehrsinfrastruktur lässt sich das EcoAustria‐Regionalmodell auch auf andere Infrastrukturinvestitionen anwenden, z.B. den Breitbandausbau.



EcoAustria‐Außenhandelsmodell
Das EcoAustria‐Außenhandelsmodell ist ein ökonometrisch geschätztes Gravitations‐Modell, mit dem die Auswirkungen von Handelsbeschränkungen (z.B. Schutzzölle oder Wirtschaftssanktionen), sowohl im Zielland als auch im Herkunftsland der Maßnahmen analysiert werden. Durch die Berechnung der Auswirkungen auf die Handelsflüsse und die damit verbundenen Effekte auf Bruttoinlandsprodukt, Beschäftigung und fiskalische Rückflüsse kann gezeigt werden, welche Wohlstandswirkungen von Schutzzöllen oder Sanktionen im In‐ und Ausland ausgelöst werden. Somit kann auch der Nutzen von Handelsabkommen realistisch eingeschätzt werden.