Mit Bildung und Beteiligung am Roboterfortschritt partizipieren

Dr. Wolfgang Briglauer                    Leiter des Forschungsbereichs Digitalisierung und Regulierung

Die Folgen von Digitalisierung und zunehmendem Robotereinsatz sind unter anderem Themen der Wirtschaftsgespräche des Forum Alpbachs vom 28. bis 30. August 2018. In der öffentlichen Debatte tauchen immer wieder Meldungen auf, wonach durch Digitalisierung und Roboter viele Arbeitsplätze bedroht seien. Solche Meldungen sind nicht neu und lassen sich bis zur Industrialisierung zurückverfolgen. „Horrormeldungen, nach denen die Hälfte aller Arbeitsplätze durch Roboter und Digitalisierung verloren gingen, liegen falsch“, sagt Tobias Thomas, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria. „Roboter werden nicht überall dort eingesetzt, wo es technisch möglich ist, sondern dort, wo es sich lohnt. Trotz technischen Fortschritts und Automatisierung ist es bislang langfristig zu keinem Rückgang der Beschäftigung gekommen. Heute arbeiten in Österreich mehr Menschen als je zuvor“, sagt Thomas.

Allerdings zeigen Studien auch, dass es durch die Automatisierung zu einer Verschiebung von Beschäftigungsanteilen in den Dienstleistungssektor und zu einer Dämpfung gerade mittlerer Lohneinkünfte kommen kann, während die Gewinneinkommen steigen.

Damit möglichst viele vom technischen Fortschritt profitieren können, sind der Ausbau der Breitbandinfrastruktur, Weiterbildung und die Vermittlung digitaler Kompetenzen in Schulen und Betrieben wichtiger denn je. Auch können Beschäftigte durch mehr Unternehmensbeteiligungen an steigenden Gewinneinkommen partizipieren. Zudem sollte mit Regulierungen die Entwicklung neuer und zum Teil digitaler Märkte und Beschäftigungsmöglichkeiten nicht über Gebühr eingeschränkt werden. Die Idee einer Maschinen- oder Robotersteuer liegt hingegen doppelt falsch: Zum einen besteht das Problem nicht in einem Beschäftigungsabbau, sondern allenfalls in unerwünschten Wirkungen auf die Struktur der Einkünfte. Zum anderen bremst eine Maschinensteuer Investitionen und Wachstum, sodass der erhoffte Beschäftigungseffekt ausbleibt, so das Fazit einer heute veröffentlichten EcoAustria-Policy Note.