Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im Aufwind

Mag. Nikolaus Graf
Leiter des Forschungsbereichs Wettbewerbsfähigkeit

„Österreichs Wettbewerbsfähigkeit befindet sich im Aufwind“, sagt Tobias Thomas, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle EcoAustria-Competitiveness Index (ECI), der quartalsweise die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit anhand der Nettoexporte und der Direktinvestitionen im In- und Ausland misst.

Im Vergleich zum Vorquartal hat Österreichs ECI um 2,1 Punkte kräftig zugelegt und liegt nun mit 99,8 Punkten nur noch knapp unter dem Niveau von 2016. Verantwortlich für den jüngsten Anstieg sind neben höheren Nettoexporten insbesondere die Direktinvestitionen aus dem Ausland. „Die Aussicht auf bessere Rahmenbedingungen wirkt positiv auf die Investitionen aus dem Ausland. Für eine Verstetigung der Entwicklung wären mehr Planungssicherheit der Unternehmen in Hinblick auf die steuerliche Belastung in der Zukunft hilfreich“, so Thomas.

Für den Standort Österreich ist neben der Unternehmensbesteuerung eine deutliche Entlastung des Faktors Arbeit zentral. „Der Unterschied zwischen dem, was Unternehmen pro Arbeitsstunde zahlen und dem, was als Früchte ihrer Arbeit bei den Beschäftigten ankommt, ist in Österreich viel zu groß“, sagt Thomas. Dabei ist die Gelegenheit für Reformen derzeit günstig: die Steuereinnahmen sprudeln und lassen die Staatsverschuldung sinken. Allerdings deuten ein geringeres BIP-Wachstum und die Abkühlung des Geschäftsklimas auf ein Abflachen der Konjunktur hin.

Die aktuellen Ergebnisse des ECI sind im EcoAustria-Wettbewerbsfähigkeitsmonitor Q1/2019 dargestellt. Details zur Methode des EcoAustria-Competitiveness Index sind im EcoAustria Research Paper No. 9 dokumentiert.