Wettbewerbsfähigkeit schwächelt in unsicheren Zeiten

Mag. Nikolaus Graf
Leiter des Forschungsbereichs Wettbewerbsfähigkeit

„Österreichs Wettbewerbsfähigkeit schwächelt in unsicheren Zeiten“, sagt Tobias Thomas, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria. Der EcoAustria-Competitiveness Index (ECI), der quartalsweise die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit anhand der Nettoexporte und der Direktinvestitionen im In- und an das Ausland misst, ist um 1,2 auf 97,4 Punkte gesunken. Grund für den Rückgang sind insbesondere weniger Direktinvestitionen aus dem Ausland.

„Für Investoren und Unternehmen ist derzeit unklar, wie sich die Standortbedingungen in Österreich entwickeln werden. Gleich wer die Wahl am 29. September gewinnt, für mehr Wettbewerbsfähigkeit wäre eine deutliche Reduktion der hohen Belastung des Faktors Arbeit und der Unternehmen mit Steuern und Lohnnebenkosten angezeigt. Damit die Abgabenquote nicht wieder steigt, sollte zudem die Kalte Progression beendet sowie das Pensionsantrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden“, so Thomas.

International schlägt der Brexit nun deutlich auf die britische Wettbewerbsfähigkeit durch. So ist der ECI für Großbritannien um 5,2 Punkte eingebrochen. Kräftig mit dem Vereinigten Königreich verflochtene Volkswirtschaften wie Belgien hatten diese Entwicklung schon zuvor erfahren. „Gerade in Zeiten, in denen der unklare Ausgang des Brexit-Theaters und der Trumpismus in der Handelspolitik weltweit verunsichern, können Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vor Ort für mehr Sicherheit sorgen“, so Thomas. 

Die aktuellen Ergebnisse des ECI sind im EcoAustria-Wettbewerbsfähigkeitsmonitor Q3/2019 dargestellt. Details zur Methode des EcoAustria-Competitiveness Index sind im EcoAustria Research Paper No. 9 dokumentiert.

EcoAustria-Wettbewerbsfähigkeitsindex ECI (2016Q1=100)