Ökonomische Folgen einer erhöhten Bankenabgabe
EcoAustria Studie: Ökonomische Folgen einer erhöhten Bankenabgabe
Mag. Ludwig Strohner
Leiter des Forschungsbereichs Öffentliche Finanzen
DI Johannes Berger
Leiter des Forschungsbereichs Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung
Timo Grötzl, MSc.
Junior Researcher
Bankenabgabe: EcoAustria-Studie zeigt negative Effekte auf Investitionen und Beschäftigung
Eine neue EcoAustria-Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) analysiert die wirtschaftlichen Auswirkungen einer dauerhaften Fortführung des Sonderbeitrags zur Bankenabgabe, der im Rahmen der Budgetkonsolidierung für 2025 und 2026 eingeführt wurde und im Doppelbudget 2027/2028 verlängert werden soll. Die Ergebnisse zeigen, dass eine solche Maßnahme über steigende Kreditzinsen direkt auf Unternehmen und Haushalte wirkt und damit Investitionen, Beschäftigung und Wachstum dämpft. Gleichzeitig fällt der fiskalische Nettoeffekt deutlich geringer aus als die unmittelbaren Einnahmen aus der Abgabe.
Die Analyse basiert auf empirischer Literatur zu Bankenabgaben in Europa sowie auf Simulationen mit dem makroökonomischen Modell PuMA. Zentrale Annahme ist, dass die Abgabe weitgehend auf Kreditnehmer:innen überwälzt wird. Empirische Befunde – insbesondere aus Deutschland – deuten darauf hin, dass Banken höhere Kosten häufig über steigende Kreditzinsen weitergeben, was sich in einer geringeren Kreditnachfrage niederschlägt. Die Simulationsergebnisse zeigen deutliche realwirtschaftliche Effekte: Bereits in den Jahren 2027 und 2028 sinken die Unternehmensinvestitionen um mehr als 700 Mio. Euro, mittel- bis langfristig liegen sie um rund 300 Mio. Euro unter einem Szenario ohne Sonderabgabe. In der Folge gehen Beschäftigung und Einkommen zurück, mit einem Verlust von 800 bis 1.400 Arbeitsplätzen und steigender Arbeitslosigkeit. Auch das reale BIP fällt langfristig um mehr als 400 Mio. Euro niedriger aus. Gleichzeitig bleibt das Nettoaufkommen aus der Abgabe deutlich unter den erwarteten Einnahmen und nimmt mittel- und längerfristig weiter ab. Die Studie verdeutlicht damit einen wirtschaftspolitischen Zielkonflikt zwischen kurzfristiger Budgetkonsolidierung und langfristigen Auswirkungen auf Wachstum und Einnahmenbasis.