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Studie: Zentrale Herausforderungen und internationale Wettbewerbssituation der industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton in Österreich

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Studie Industrielle Herstellung von Produkten aus Papier und Karton PROPAK

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Autoren:

Mag. Dr. Wolfgang Schwarzbauer
Finanz – und Personalvorstand, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft

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Sarah Rabong
Studentische Mitarbeiterin

Die österreichischen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton stehen zunehmend unter Druck. Eine Studie von EcoAustria im Auftrag des Fachverbands der industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton (PROPAK) untersucht die zentralen Herausforderungen der Branche sowie ihre internationale Wettbewerbsposition. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Wettbewerbsbedingungen am Standort Österreich trotz hoher Innovationskraft, ausgeprägter Nachhaltigkeitsvorteile und starker Exportorientierung verschlechtern.

Die PROPAK-Branche umfasst rund 83 Produktionsbetriebe mit etwa 8.400 Beschäftigten und einem Produktionswert von rund 2,2 Milliarden Euro. Mit einer Exportquote von rund 78 Prozent ist sie stark von internationalen Märkten abhängig. Gleichzeitig profitiert sie grundsätzlich von langfristigen Trends wie der zunehmenden Substitution von Kunststoffverpackungen durch Papier- und Kartonlösungen. 

Als größte Herausforderung identifiziert die Studie die Entwicklung der Arbeitskosten. Seit 2017 stiegen die österreichischen Lohnstückkosten um rund 37 Prozent, deutlich stärker als im Euroraum oder in wichtigen Wettbewerberländern wie Frankreich. Auch innerhalb der Branche fiel der Anstieg der Kollektivvertragslöhne in Österreich deutlich höher aus als etwa in Deutschland. Diese Entwicklung belastet insbesondere jene Segmente, die durch geringe Margen und einen hohen Arbeitskostenanteil gekennzeichnet sind. 

Neben den Kosten stellen regulatorische Anforderungen eine zusätzliche Belastung dar. Kritisch beurteilen die befragten Unternehmen insbesondere nationales „Gold Plating“ bei der Umsetzung europäischer Vorgaben, langwierige Genehmigungsverfahren sowie den administrativen Aufwand neuer Regulierungen. 

Die quantitative Analyse der Handelsdaten zeigt zudem, dass Österreich trotz steigender Exportwerte in vielen wichtigen Absatzmärkten Marktanteile verliert. Besonders deutlich wird dies im wichtigsten Exportmarkt Deutschland, wo der aggregierte Marktanteil österreichischer Anbieter zwischen 2017 und 2024 von 10,3 auf 8,0 Prozent zurückging. Gleichzeitig gewinnen Länder wie Polen und China zunehmend an Bedeutung. Polen profitiert dabei von deutlich höheren Produktivitätszuwächsen und niedrigeren Kostenstrukturen. 

Aus den Ergebnissen leitet die Studie mehrere wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen ab. Dazu zählen eine stärkere Begrenzung des Kostenauftriebs, die Senkung der Lohnnebenkosten, flexiblere Arbeitszeit- und Zuverdienstregelungen, schnellere Genehmigungsverfahren, die konsequente Vermeidung von Gold Plating sowie Investitionen in Digitalisierung und produktivitätssteigernde Maßnahmen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit einer exportorientierten Schlüsselbranche nachhaltig zu stärken.

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