Die KI-Revolution: Auswirkungen und Potenziale für Österreich
Studienbericht – Die KI-Revolution: Auswirkungen und Potenziale für Österreich
Kurzpräsentation – KI Potenziale und Wirkungen
Philipp Koch, Ph.D.
Leiter des Forschungsbereichs Data Science
Mag. Nikolaus Graf
Leiter des Forschungsbereichs Wettbewerbsfähigkeit
Im Auftrag des Bundeskanzleramts hat sich EcoAustria angesehen, wie Künstliche Intelligenz (KI) bereits heute wirtschaftliche Prozesse in Österreich verändert, welche Branchen besonders stark betroffen sind und welche politischen Maßnahmen notwendig sind, um die daraus entstehenden Potenziale bestmöglich zu nutzen. Die Analyse basiert auf wissenschaftlicher Literatur, empirischen Daten und qualitativen Interviews mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie. Ziel der Studie war es, ein umfassendes Bild über die ökonomischen und regulatorischen Auswirkungen der KI-Transformation für Österreich zu zeichnen.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: KI-Anwendungen haben in den letzten Jahren stark an Dynamik gewonnen und durchdringen zunehmend alle Wirtschaftsbereiche. Mit dem Aufkommen generativer KI-Modelle wie ChatGPT hat sich dieser Trend nochmals beschleunigt. KI-Systeme übernehmen dabei nicht nur einfache Routinetätigkeiten, sondern verändern zunehmend auch kognitive Aufgaben. Besonders stark betroffen sind wissensintensive Dienstleistungsbranchen wie Rechts- und Unternehmensberatung, Finanzdienstleistungen, Werbung und Marktforschung, aber auch einzelne produzierende Branchen – etwa der Maschinenbau oder die pharmazeutische Produktion – zählen zu den Sektoren mit hoher KI-Betroffenheit und gleichzeitig großer wirtschaftlicher Bedeutung für Österreich.
Neben den betrieblichen Anwendungen analysiert die Studie auch die Auswirkungen der EU-weiten Regulierung durch den beschlossenen AI Act. Der neue Rechtsrahmen schafft einheitliche Standards für die Entwicklung, den Einsatz und die Überwachung von KI-Systemen. Die befragten Expertinnen und Experten begrüßen grundsätzlich die regulatorische Klarheit und sehen darin eine Chance, vertrauenswürdige KI europaweit zu etablieren. Gleichzeitig werden aber auch Herausforderungen betont: Vor allem kleine und mittlere Unternehmen müssen mit zusätzlichem Erfüllungsaufwand rechnen, was ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnte – insbesondere im Vergleich zu großen außereuropäischen Anbietern.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass KI in Österreich große wirtschaftliche Potenziale bietet, vor allem durch Effizienzsteigerungen, neue Geschäftsmodelle und innovative Anwendungen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass Österreich im internationalen Vergleich bei der Entwicklung und kommerziellen Nutzung von KI-Technologien noch Aufholbedarf hat. Um diese Lücke zu schließen, empfiehlt die Studie eine Reihe wirtschaftspolitischer Maßnahmen: Dazu zählen gezielte Unterstützungsangebote für Unternehmen, der Ausbau technischer und digitaler Kompetenzen in der Bildung, der erleichterte Zugang zu Risikokapital sowie eine stärkere europäische Zusammenarbeit im Bereich Forschung, Entwicklung und Technologietransfer.