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Policy Note 67: Biotechnologie in Österreich und Europa

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PN 67 Biotechnologie in Österreich und Europa

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Autor:

Prof. Dr. Monika Köppl-Turyna
Direktorin, Forschungsvorstand/ - wissenschaftliche Leiterin

Policy Note 67: Biotechnologie in Österreich und Europa
Strukturelle Hemmnisse und wirtschaftspolitische Handlungsoptionen

Europa verfügt über eine starke wissenschaftliche Basis in den Lebenswissenschaften, verliert im globalen Wettbewerb der Biotechnologie jedoch zunehmend an Boden. Während die USA ihre Dominanz bei Forschung, Venture Capital und Unternehmenswachstum weiter ausbauen, gelingt es Europa deutlich seltener, wissenschaftliche Exzellenz in international erfolgreiche Unternehmen zu übersetzen. Unsere neue Policy Note analysiert die strukturellen Ursachen dieses Rückstands entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von universitärer Forschung über Start-ups und Scale-ups bis hin zu Börsengängen und globaler Expansion.

Österreich verfügt grundsätzlich über sehr gute Voraussetzungen. Der heimische Life-Sciences-Sektor umfasst mittlerweile 1.174 Unternehmen mit mehr als 73.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 40 Milliarden Euro. Die pharmazeutische Industrie zählt zu den dynamischsten Industriebereichen des Landes und macht mittlerweile rund zehn Prozent der österreichischen Warenexporte aus. Gleichzeitig weist Österreich eine hohe Forschungsintensität sowie international sichtbare Forschungsstandorte auf.

Die Analyse zeigt jedoch, dass Europa insbesondere in kapitalintensiven Wachstumsphasen strukturelle Nachteile aufweist. Europäische Biotech-Unternehmen leiden unter fragmentierten Kapitalmärkten, schwacher Venture-Capital-Finanzierung und langen regulatorischen Verfahren. So entfallen von weltweit 36,5 Milliarden Euro an Venture-Capital-Investitionen in Biotechnologie rund 29,5 Milliarden Euro auf die USA, während die EU-27 lediglich 3,6 Milliarden Euro erreicht. Gleichzeitig dauern Zulassungsverfahren in Europa deutlich länger als in den USA. EcoAustria spricht sich daher für umfassende wirtschaftspolitische Reformen aus. Dazu zählen eine stärkere Mobilisierung kapitalgedeckter Pensionssysteme für Wachstumskapital, die Schaffung eines integrierten europäischen Kapitalmarktes für Biotechnologieunternehmen sowie schnellere und effizientere Zulassungsverfahren. Gleichzeitig muss die steuerliche und regulatorische Attraktivität von Mitarbeiterbeteiligungen verbessert werden, um internationale Spitzenkräfte und unternehmerisches Talent stärker an Europa zu binden. Darüber hinaus plädiert die Studie für die gezielte Entwicklung weniger international sichtbarer Exzellenzcluster in Europa.