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Studie: Klimaneutralität in Österreich 2040 – Volkswirtschaftliche Herausforderungen

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Studie Klimaneutralität in Österreich 2040

Person
Autoren:

DI Johannes Berger
Leiter des Forschungsbereichs Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung

Person

Prof. Dr. Monika Köppl-Turyna
Direktorin, Forschungsvorstand/ - wissenschaftliche Leiterin

Person

Mag. Ludwig Strohner
Leiter des Forschungsbereichs Öffentliche Finanzen

Die Studie „Klimaneutralität in Österreich 2040: Volkswirtschaftliche Herausforderungen“ untersucht im Auftrag der Industriellenvereinigung Oberösterreich die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer unilateral in Österreich umgesetzten Klimaneutralität bis 2040. Österreich hat seine Treibhausgasemissionen seit 2005 bereits um 28 Prozent reduziert, während das reale Bruttoinlandsprodukt im selben Zeitraum um 25 Prozent gestiegen ist. Der Energieverbrauch ging um sieben Prozent zurück. Für den industrie- und exportorientierten Standort Oberösterreich ist die nächste Etappe der Dekarbonisierung dennoch besonders herausfordernd, weil energieintensive Produktion, internationale Wettbewerbsfähigkeit und hohe Investitionserfordernisse unmittelbar zusammenfallen.

Die Modellrechnungen zeigen, dass im Basisszenario, das die Erreichung der EU-Klimaziele unterstellt, im Jahr 2040 noch Nettoemissionen von rund acht Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten verbleiben. Um bereits 2040 Netto-Null zu erreichen, braucht Österreich zusätzliche Reduktionen in dieser Größenordnung. Dafür ist laut Studie eine zusätzliche Treibhausgas-Bepreisung von knapp 400 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent erforderlich. Die Analyse weist zugleich darauf hin, dass derzeit nicht klar ist, ob eine ambitioniertere Treibhausgas-Reduktion in Österreich die Emissionen der EU insgesamt reduziert.

Die volkswirtschaftlichen Effekte eines nationalen Vorziehens der Klimaneutralität sind erheblich. Im zentralen Szenario liegt das reale BIP im Jahr 2040 um 1,7 Prozent niedriger als im Basisszenario der EU-Klimaziele. Das entspricht bezogen auf das BIP des Jahres 2024 einer um 8,5 Milliarden Euro geringeren Wirtschaftsleistung. Die Beschäftigung liegt um 0,7 Prozent beziehungsweise rund 30.000 Personen niedriger. Im ambitionierteren Szenario steigt der Rückgang der Wirtschaftsleistung auf 2,6 Prozent beziehungsweise knapp 13 Milliarden Euro.

Besonders relevant sind diese Ergebnisse für energieintensive und exportorientierte Unternehmen. Zusätzliche nationale CO2-Kosten treffen nicht nur einzelne Betriebe, sondern unmittelbar den industriellen Kern des Standorts. Stehen klimafreundliche Alternativen nicht rechtzeitig, nicht in ausreichender Menge oder nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung, steigen die Risiken von Produktionsrückgängen und Verlagerungen ins Ausland. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Klimapolitik so gestaltet werden kann, dass Emissionen sinken, ohne industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung aus Österreich zu verdrängen.

EcoAustria leitet daraus klare wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen ab: Österreich soll seine Klimapolitik stärker europäisch koordinieren und nationale Alleingänge vermeiden, die Unternehmen im internationalen Wettbewerb zusätzlich belasten. Zudem braucht es technologieoffene Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren, einen raschen Ausbau von Energieinfrastruktur, Netzen, Speichern und Produktionsanlagen sowie bessere Standortbedingungen für Investitionen in klimafreundliche Produktion. Zusätzlich empfiehlt EcoAustria, marktwirtschaftliche Instrumente gegenüber ordnungspolitischen Vorgaben zu priorisieren und auch auf europäischer Ebene eine stärkere weltweite Koordination von Klimazielen zu forcieren.