Research Paper 32: Wie wirtschaftliche Diversität die Krisenfestigkeit von Regionen beeinflusst
Research Paper 32: The Role of Regional Economic Diversity
Mag. Dr. Wolfgang Schwarzbauer
Finanz – und Personalvorstand, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft
Clara Giendl, Department of International Relations, London School of Economics
Wirtschaftskrisen treffen Regionen unterschiedlich stark. Warum kommen manche Regionen besser durch Krisen als andere? Das EcoAustria Research Paper untersucht, welche Rolle die wirtschaftliche Struktur – insbesondere die sektorale Diversität – für die Krisenresilienz von Regionen spielt.
Auf Basis von Daten für europäische Regionen analysieren wir die Auswirkungen zweier großer Krisen: der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie. Dabei betrachten wir drei zentrale Dimensionen der Resilienz: die Tiefe des Einbruchs, der Beginn der ersten Erholung sowie die Dauer bis zur vollständigen Erholung.
Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Regionen mit einer stärker diversifizierten Wirtschaftsstruktur sind besser in der Lage, wirtschaftliche Schocks abzufedern. Da ihre Wertschöpfung auf mehrere Sektoren verteilt ist, sind sie weniger anfällig für Einbrüche in einzelnen Branchen.
Allerdings geht diese Stabilität mit einem Zielkonflikt einher: Diversifizierte Regionen erholen sich tendenziell langsamer, während stärker spezialisierte Regionen häufig schneller und dynamischer aus der Krise herauswachsen.
Eine wichtige Rolle spielt zudem Innovation. Regionen mit höherer Innovationskraft und Produktivität weisen schnellere Erholungsprozesse auf Insgesamt zeigen die Ergebnisse: Diversität und Innovation sind beide entscheidend für Resilienz, wirken jedoch unterschiedlich. Eine ausgewogene Kombination aus wirtschaftlicher Vielfalt und Innovationsstärke kann daher einen guten Schutz vor zukünftigen Krisen bieten.