Research Paper 19: Erweiterungen des Energy PUblic Policy Models für Österreich

DI Johannes Berger
Leiter des Forschungsbereichs Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung

Mag. Ludwig Strohner
Leiter des Forschungsbereichs Öffentliche Finanzen

Eine der wesentlichen Forschungskompetenzen von EcoAustria ist die ex‐ante Evaluation von wirtschafts‐ und sozialpolitischen Maßnahmen. Für vergleichende Analysen hinsichtlich der Wirkung von Reformmaßnahmen und demografischen Entwicklungen wird am Institut üblicherweise das dynamische Gleichgewichtsmodell PuMA („PUblic Policy Model for Austria and other European Countries“) herangezogen. 

 

Damit können unter anderem Maßnahmen im Bereich der Steuer‐, Sozial‐ oder Arbeitsmarktpolitik, oder auch wirtschaftliche Folgewirkungen weiterer Entwicklungen wie Bildung, Migration oder technischer Fortschritt untersucht werden. Eine detaillierte Analyse der ökologischen Effekte solcher Maßnahmen sowie eine Untersuchung der Folgewirkungen von Klimainstrumenten, blieb im bisherigen Modell allerdings unberücksichtigt. Die Entwickler des ursprünglichen PuMA-Modells, Johannes Berger und Ludwig Strohner haben dazu nun das E-PuMA-Modell entwickelt. 

 

Die globale Erwärmung und ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen führen sowohl auf internationaler Ebene als auch auf europäischer und nationaler Ebene zu einer Vielzahl an Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels. Für die Untersuchung entsprechender Folgewirkungen solcher Maßnahmen soll nun das neu entwickelte Modell zum Einsatz kommen. Dieses kann als Erweiterung des ursprünglichen Modells um die Bereiche Energie und Klimaschutz gesehen werden und berücksichtigt demnach folgende Aspekte:

  • Auf Seite der privaten Haushalte wird die Nachfrage nach Energieträgern für die wesentlichen Verwendungszwecke Verkehr, Raumklima und sonstiger Verbrauch von elektrischer Energie modelliert. 
  • Auf der Angebotsseite werden Energie- und Elektrizitätsunternehmen abgebildet, welche die Energie für Unternehmen und private Haushalte bereitstellen. 
  • Zudem wird der für Österreich wesentliche Aspekt der Energieträgernachfrage von ausländischen Unternehmen und Haushalten („Tanktourismus“) berücksichtigt.

Neststruktur der Nachfrage der privaten Haushalte im neuen E-PuMA-Modell

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass im Zuge des neuen Modells nun auch relevante umweltbezogene Entscheidungen von privaten Haushalten und Unternehmen sowie wesentliche Aspekte ausländischer Entscheidungsträger, die einen Einfluss auf die Emissionstätigkeit haben, in Betracht gezogen werden. Dies ermöglicht es auch die Auswirkungen von wirtschaftspolitischen Maßnahmen, wie etwa Abgabenreformen auf die CO2-Emissionen bzw. andere Treibhausgase zu ermitteln.