Kinderbetreuung und Elementarpädagogik im internationalen Vergleich: Best-Praxis Modelle

In einer neuen Studie stellt EcoAustria Verbesserungspotenziale der Kleinkindbetreuung und frühkindlichen Pädagogik für Österreich vor. Beginnend mit einer Literaturanalyse zeigen sich einerseits kritische Aspekte geschlechtsspezifischer Unterschiede am Arbeitsmarkt und andererseits die positiven Effekte einer wachsenden Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen. Darüber hinaus wird deutlich, dass die Teilnahme an frühkindlicher Pädagogik die späteren Bildungs- und Arbeitsmarktchancen der teilnehmenden Kinder verbessern kann.

 

Österreich verfehlt das Barcelona-Ziel einer Kinderbetreuungsquote von 33 Prozent bei den unter 3-Jährigen recht deutlich. Im internationalen Vergleich mit Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Dänemark schneidet Österreich am schlechtesten ab. Alle diese Länder haben eine höhere Kinderbetreuungsquote bei unter 3-Jährigen als Österreich. Verglichen wurden außerdem weitere relevante Kriterien wie die Erwerbsbeteiligung von Müttern, PISA-Ergebnisse oder die Kinderarmutsquote. Österreich konnte sich als einziges Land im Vergleich keinen Spitzenposten sichern. Viele Länder haben zuletzt Fortschritte beim Ausbau der Kinderbetreuung gemacht. Unterschiedlich in Form und Ausmaß zielen diese auf die Erweiterung des Betreuungsangebots, die Verbesserung der Qualität der Betreuung, die Harmonisierung der Qualität verschiedener Betreuungsangebote und die verbesserte Teilhabe insbesondere von Kindern mit Bildungsbenachteiligung ab.

 

Im erweiterten Ländervergleich der 27 EU-Mitgliedstaaten plus Norwegen und der Schweiz wird anhand von 14 Indikatoren eine Scoreboard-Betrachtung vorgenommen. Die Indikatoren wurden nach Relevanz für die Performance der Kinderbetreuung ausgewählt. Darunter sind die Kinderbetreuungsquote für Unter-3-Jährige, die Beschäftigungsquote der Mütter von Kindern im Alter von 0 bis 2 Jahren oder der Anteil der Vollzeitbeschäftigung beider Eltern von Kindern. Unter den Vergleichsländern ist Dänemark Best-Performer. Österreich schafft es von den 29 Ländern nur auf Platz 20.

 

Die Ergebnisse zeigen die Defizite Österreichs im Bereich der Kleinkindbetreuung und Frühpädagogik schonungslos auf. Insbesondere mangelt es an Betreuungsplätzen für unter 3-Jährige sowie an Plätzen, die einer Vollzeitbeschäftigung gerecht werden. Hier kann in Zukunft gezielt angesetzt werden. Alle 4 der im engeren Vergleich betrachteten Länder weisen ein besseres Scoreboard-Ranking auf. Österreich liegt mit Rang 20 hinter Dänemark auf Rang 1, Frankreich auf Rang 8, den Niederlanden auf Rang 10 sowie Deutschland auf Rang 17. Dies unterstreicht die Verbesserungspotenziale, die Österreich im Bereich der Kinderbetreuung sowie im Bereich der frühkindlichen Elementarpädagogik hat.